November 2nd, 2018 by Egon W. Kreutzer

Wer nicht die Absicht hat, CDU oder CSU zu wählen, kommt leicht in Versuchung, den jetzt ausgebrochenen Kampf um den Parteivorsitz nicht weiter ernst zu nehmen, ganz nach dem Motto: Was geht’s mich an? Wenn die sich streiten, freut sich der Dritte!

Falsch! Ganz falsch!

Dreizehn Jahre lang wurde die deutsche Politik von der Vorsitzenden der Christdemokraten bestimmt. Dreizehn Jahre lang konnten sämtliche Koalitionspartner diese Politik nicht beeinflussen, sondern allenfalls ein paar eigene Schleifchen dranbinden.

Ob nun Friedrich Merz, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer oder einer der No-Names, die sich ebenfalls bewerben, die Ausrichtung der CDU bestimmen wird, ist für alle Deutschen von eminent wichtiger Bedeutung. Oder glaubt jemand ernsthaft daran, dass bis zu den Bundestagswahlen 2025 irgendeine andere Partei als die CDU, im Verbund mit der CSU die Mehrheit im Deutschen Bundestag und den Senior-Partner jedweder denkbaren Koalition stellen wird?

Auf mich wirkt die Riege der bis jetzt angetretenen Bewerber wie ein „Best of Geisterbahn“!

Ein Friedrich Merz, der den Anspruch des Großkapitals auf die ungehinderte Bewirtschaftung der deutschen Bevölkerung verkörpert und sich noch nicht einmal die Mühe gibt, glauben machen zu wollen, er könne so den Nutzen des deutschen Volkes mehren, würde Deutschland in transsylvanische Verhältnisse stürzen, nur mit dem Unterschied, dass die Vampire inzwischen gelernt haben, mit Lichtschutzfaktor 150 auch am hellichten Tag Beute zu machen.

Annegret Kramp-Karrenbauer, mit der Attitüde der jungen Naiven stets theatralisch auf dies und das pochend, und dabei den spröden Charme der klassenbesten Streberin versprühend, wird hinter dieser Maske alles verborgen halten, was sie und die CDU zu wessen Wohl bezwecken, und sich noch mit Krokodilstränen des Mitleids mit den Betroffenen fotografieren lassen, wenn das Ziel erreicht ist.

Jens Spahn klingt immer wie:“Klotzen, nicht kleckern!“, mag wohl ein bisschen den Trump markieren, doch ist für mich nicht erkennbar, ob hinter der Fassade der Kraftmeierei mehr steckt als gähnende Leere, und falls ja, dann wüsste ich zu gerne was – oder wer.

 

Nein, das ist nicht die erste Träne der Reue, das ist keine Trauer über den Verlust der Vorsitzenden Merkel: Es ist der Versuch, den hie und da schon ausgebrochenen Freudentaumel zu beenden, mit der Erkenntnis: „Es wird nicht besser! Bestenfalls wird es ein bisschen anders.“

Dass die CDU sich von Merkel verabschiedet, heißt nicht, dass sie sich von ihrem Kurs verabschieden wird. Auch wenn das ein Teil der Basis will – mit dem jetzt angebotenen Personal für die Nachfolge im Parteivorsitz kann das nicht gelingen.

 

Da müsste sich erst einer finden, der noch vor dem Parteitag erklärt, dass er dafür sorgen wird, dass Deutschland den UN-Migrationspakt nicht unterschreiben wird …

 

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Oktober 29th, 2018 by Egon W. Kreutzer

Regiefehler. 

Hat die Hessen-CDU nicht schlecht genug abgeschnitten?

Friedrich Merz soll schon am Sonntagabend bereitgestanden haben, offiziell das Amt des CDU-Vorsitzenden zu übernehmen, für den Fall, dass Bouffier eine Pleite einfährt. Davon waren wichtige CDU-Funktionäre schon vor einer Woche unterrichtet worden. Ob wohl Angela Merkel auch zu den Unterrichteten gehörte?

Das hat offenbar nicht funktioniert.

Am Vormittag durfte Merkel dann erklären, dass Sie den Vorsitz abgeben würde, aber noch Kanzler bleiben will.

Prompt sprang Merz hinter dem Gebüsch hervor und bewarb sich um den Vorsitz. Auch Annegret Kramp Karrenbauer hat ihren Hut in den Ring geworfen.

Später offenbarte Merkel dann, dass sie nach Ablauf dieser Amtsperiode auch nicht mehr für das Kanzleramt kandidieren wolle.

Da hatte ich die Trägheit der Unions-Masse über- und die Ungeduld der Königsmörder unterschätzt.

Allerdings sehe ich im Wechsel im Parteivorsitz keinen Vorteil für die CDU, der helfen könnte, den Abwärtstrend zu beenden. Dazu wäre ein neues Gesicht mit dem Charisma eines wahren Hoffnungsträgers im Kanzleramt erforderlich.

Friedrich Merz, der Mann mit der Steuererklärung auf dem Bierdeckel, sollte er tatsächlich den Vorsitz an sich reißen können, müsste Merkel bis zur Halbzeit der Legislatur auch aus dem Kanzleramt verdrängen und sich selbst zum Bundeskanzler ernennen lassen, um die Union aus der Lethargie zu wecken. Ob er dafür ausreichend Rückhalt in der Partei hat, ist m.E. jedoch fraglich.

 

 

 

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