Category: Welt – Weltpolitik

November 12th, 2018 by Egon W. Kreutzer

Das Hinterfotzigste am Migrationspakt ist die Tatsache, dass alles so hingedreht wird, dass Heinz und Marion Mustermann gar nicht mehr begreifen können, was da gespielt wird.

Nachdem nun durchgesickert ist, dass die dem eigenen Volke gegenüber zutiefst verschwiegene Bundesregierung wohl die Hautptriebfeder hinter dem von vielen für irrwitzig gehaltenen Pakt gewesen sei, verweigert Merkels treu ergebene GroKo-Clique jegliche Aussage darüber, was denn auf Betreiben dieser Regierung – und man muss sagen: „ausschließlich auf Betreiben dieser Regierung“, weil es ein vom Souverän ausgehendes „Betreiben Deutschlands“ nämlich zu keinem Zeitpunkt gegeben hat – in diesen Pakt hineinformuliert wurde.

Das geht euch einen Scheißdreck an, denkt man sich in Berlin, und sagt gegenüber dem Tagesspiegel auf dessen Anfrage: „Zahlreiche Elemente, die im deutschen Interesse sind, konnten dabei umgesetzt werden, dafür gab es an anderer Stelle Zugeständnisse.“

Nicht genug damit, dass das im September 2015 mit dem Paukenschlag der absolut illegalen Grenzöffnung so richtig in Fahrt gebrachte „Anreicherungsprogramm“ zu keinem Zeitpunkt wirklich beendet wurde, dass der mit dem Verstopfen der Fluchtrouten durch Ungarn, Österreich und Italien rückläufige „sichtbare“ illegale Zustrom, durch legale, und damit kaum noch „sichtbare“ Maßnahmen der freiwilligen Aufnahme und der Familienzusammenführung kompensiert wird, nun soll mit dem Global Compact for Migration auch noch so getan werden, als sei das seit Jahrhunderten unterdrückte und missachtete Menschenrecht auf Migration durch Angela Merkel endlich wieder zu voller Wirksamkeit gebracht worden, was ihr, obwohl nicht katholisch, schon heute die Heiligsprechung sichert. Selig sind, die reinen Herzens sind!

Nicht genug damit, dass schon die Prämisse, Migration sei ausschließlich und für alle und immer und schon immer nicht nur nützlich, sondern schiere Ausgeburt des alleinig Guten, sämtlichen  im Laufe der Menschheitsgeschichte gesammelten Erfahrungen widerspricht, solange man sich auf vergleichbare Beispiele bezieht, diese Migration soll auch von Anfang an so angelegt sein, dass die Einwohner des Ziellandes neben ihren bereits bestehenden Lasten nun auch noch die Last des Unterhalts der Migranten zu tragen haben, denen gewissermaßen ab Überschreiten der deutschen Grenze ein sehr großzügiges, lebenslanges bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) zugesichert wird.

Nicht genug damit. Ab Unterschrift und Inkrafttreten wird die gleiche Bundesregierung, die sich weigert anzugeben, welche Teile dieses Irrsinnspaktes von ihrem Verhandlungsführer Heiko Maas diktiert wurden, sich darauf berufen können, jegliche Kritik an ihrem Handeln, auch rückwirkend, als Kritik am Pakt und als Kritik an der Migration zu erkennen und dies ganz unverbindlich auf jede erdenkliche Art poliltisch verpflichtend zu unterbinden und zu sanktionieren.

Das Motiv für den Irrsinn ist schwer zu ergründen.

Fragt man lehrbuchmäßig: „Wem nutzt es?“, findet man nämlich in der Nähe der Laterne keine überzeugende Antwort.

Die Wirtschaft überwindet den Fachkräftemangel?

Massenzuwanderung in Sozialsysteme, Wohnungs- und Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund strikter staatlicher Sparpolitik nützt der Wirtschaft nicht. Für die Finanzierung  ist nämlich kein zusätzliches Geld verfügbar – und sollte es geschaffen werden, steigen die Kosten, was sich negativ auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.

Die Regierungsparteien erhalten Zuspruch ob ihrer humanitären Politik?

Massenzuwanderung in Sozialsysteme, Wohnungs- und Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund strikter staatlicher Sparpolitik nützt auch den Regierungsparteien nichts. Es werden nur zusätzliche Probleme geschaffen, die nicht mehr gelöst werden können.

Die Hintermänner der frisch aus dem Boden gestampfte Asylindustrie?

Klar, es gibt etwas, das (wie Lord Voldemort) nicht benannt werden darf, nämlich eine florierende Asyl-Industrie und natürlich auch eine florierende Anti-Abschiebungs-Industrie. Nur: Beide Wirtschaftszweige schaffen keinen Mehrwert. Sie belasten nur die Kassen des Staates – und damit die Bürger, die einheimische Bevölkerung, die letztlich für alles aufzukommen hat. Die Nutznießer dieser Industrien könnten sich nicht durchsetzen, gäbe es nicht viel stärkere Kräfte im Hintergrund, die ihnen diesen Reibach beschert haben.

 

Bleibt im Grunde nur die Möglichkeit, die Nutznießer auf der weltpolitischen Ebene, auf Brzezinskis Chessboard zu suchen.

Wer hat da ein Interesse daran, die deutsche Dominanz in Europa zurückzudrängen und auf diesem Wege den Motor der gesamten EU lahmzulegen? Es überlappen sich hier seit Trump 2016 zum Präsidenten der USA gewählt wurde und er Deutschland/Merkel wegen der Grenzöffnung für verrückt erklärte, zwei Strömungen.

A) Die Globalisten

Die alten, globalistischen, nach einer neuen Weltordnung strebenden Mächte mit erheblichem Interesse, Nationalstaaten aufzulösen und in konkurrierende „Standorte“ (manche sagen heute „Siedlungsgebiete“, das ist aber zu wenig) zur Profitsteigerung und Kapitalvermehrung umzuwandeln, gehören sicherlich zu den Triebkräften des von Merkel begonnen Suizids Deutschlands. Auch Soros ist dabei nur eine Spielfigur, die benötigt wird, um absolut Unverständliches mit dem Verweis auf Soros zu erklären. Die Frage, wo kommen die Handys, wo kommen die Kreditkarten her, ist doch für die meisten schon befriedigend beantwortet, wenn sie hören, da ist ein (verrückter) Superreicher, der bezahlt alles. Warum er das tut und in wessen Auftrag und Interesse? Verschwörungstheorie!

B) Die Nationalisten

Auf der anderen Seite erleben wir eine Renaissance  der  Nationalstaaten, und zwar sowohl bei den Großen, wo es mit China begonnen hat, wo fast zeitgleich Russland dazugekommen ist, wo sich die Briten zu diesem Zweck aus der EU zurückgezogen haben und seit zwei Jahren auch die USA von Trump hingezogen werden, als auch bei den Kleinen, wie Polen und Ungarn, Österreich und Italien, etc.

Das deutsche Problem ist dabei, dass auch die wieder erstarkenden Nationalmächte kein Interesse an einem starken Deutschland haben.

Insofern murkst unsere Regierung doppelt falsch herum. Sie sucht ihr Heil weiter bei den schon untergehenden Globalisten, in der armseligen Hoffnung, wenigstens als „Standort“ geschätzt zu werden, und spielt damit zugleich den neuen Nationalisten in die Hände, denen sie einen möglichen Konkurrenten erspart, weil Deutschland seine Identität und damit seine eigenständige Rolle in der Welt aufgibt, bzw. dem Zufall und dem Wirken fremder Mächte überlässt.

Nun ist Angela Merkel dem Franzosen Macron in einer bestürzenden Weise an den Kragen gegangen, manche interpretieren es auch als „um den Hals gefallen„, dass man fast meinen könnte, sie, die Dahinscheidende, habe ihm, dem Hoffnungsträger, die Verantwortung für Deutschland übertragen.

Es mag ausgesprochen defätistisch klingen, doch vermutlich wäre das immer noch besser als demnächst mit 30% Grün und 20% SPD mit einer GrüRo-GroKo des Grauens ziellos in die Zukunft zu taumeln.

 

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November 8th, 2018 by Egon W. Kreutzer

Sternstunde im Bundestag?

Der strahlende Stern wurde leider schon nach wenigen Minuten von einem großen, massereichen Schwarzen Loch verschluckt.

 

Üblicherweise versucht der Teufel, den frommen Christenmenschen zu einem Pakt zu überreden. Heute haben sich die Frommen aller Heilslehren gegen den Teufel verschworen.

Es war klar, dass die heutige Aussprache über den Antrag der AfD, die Bundesregierung aufzufordern, den „Pakt“ nicht zu unterschreiben, nicht zur vergnügungssteuerpflichtigen Veranstaltung geraten würde.

Es war klar, dass sich hinter den erklärten Zwanzig-Fünfzehnern (es handelt sich dabei um eine Unterart der Transatlantiker)  schnell der ganze Rest des Bundestages zusammenrotten würde, um gemeinsam auf die AfD einzuprügeln, weil man sich in der Masse halt so stark fühlt.

Es war nicht klar, dass der Kommentator bei Phönix auf eine derart schamlose Weise Partei ergreifen würde.

Es war nicht klar, mit welch‘ bodenloser Naivität die überwiegende Mehrzahl der gewählten Volksvertreter davon schwärmen würde, wie segensreich dieser wunderbare, unverbindliche Pakt gerade für Deutschland sei – und wie sie der AfD vorhielten, dem deutschen Volke mit der Ablehnung dieses Paktes Schaden zuzufügen.

Von daher war es ein Tortur, dieser Debatte zu folgen.

Weil 192 oder 190 oder 180 Staaten, ganz so sicher war man sich da nicht,
sich auf ein unverbindliches Papier geeinigt haben,
dessen sämtliche Forderungen Deutschland längst erfüllt,

(Da wird also gar nichts Neues mehr auf uns zukommen! Die AfD will doch nur aus schäbigen parteitaktischen Gründen Panik machen!)

werden nun alle Staaten dieser Welt,
alle Migranten unverbindlich so gut behandeln, wie Deutschland,
so dass die meisten Migranten gar keinen Anreiz mehr haben,
nach Deutschland zu kommen,
weil es ihnen ja schon in den bisherigen Transitländern so gut geht.

Wie abgestumpft muss man in diesem Hohen Hause sein, wenn man solche Traumtänzereien ertragen kann, ohne wie das HB-Männchen in die Luft zu gehen; wie ideologisch verbohrt, wenn man dieser Logik auch noch zu applaudieren vermag?

Der Afghane, der künftig beschließt, aus Afghanistan auszuwandern, weil er sich anderswo ein besseres Leben verspricht, der muss künftig nicht mehr den 5.000 Kilometer langen, beschwerlichen Weg nordwestwärts auf sich nehmen, um für sich und seine Angehörigen kostenlos Nahrung, Kleidung, Wohnung und medizinische Versorgung in Castrop-Rauxel zu finden. Es wird nach Inkraftsetzung des unverbindlichen Paktes völlig genügen, wenn er von Kabul aus 400 km in südöstlicher Richtung nach Islamabad zieht, weil Pakistan sich als Zielland ja verpflichtet hat, ihm die gleichen Leistungen zu bieten, wie Deutschland.

Überhaupt

(ich weiß, das klingt jetzt wirklich absolut irre, aber es ist der Kern der Argumentation von CDU und SPD, der auch von Grünen, FDP und LINKEn nicht angezweifelt wird)

überhaupt gäbe es dank dieses Paktes schon im nächsten Jahr nur noch ganz supertolle Zielländer in denen sich alle Migranten dieser Erde auf Kosten derer, die schon länger  dort leben, einen schlauen Lenz machen.

Das gilt übrigens nicht nur für Flüchtlinge. In Bezug auf die Flüchtlinge werden natürlich die Fluchtursachen bekämpft, und auch das kann nur eine Sache internationaler, unverbindlicher Absichtserklärungen sein, doch ansonsten ist Migrant jeder, der die Grenzen seines Heimatlandes in Richtung Ausland überschritten hat.

Einer der Redner hat ernsthaft erklärt, man müsse sich für die Angleichung der Standards einsetzen, wenn man die Migrationsanreize mindern will. Und er ist offenbar reinen Herzens davon ausgegangen, dass die Angleichung fraglos hinauf, aufs deutsche Niveau führen werde.

 

Neulich habe ich irgendwo die folgenden Sätze gelesen:

… kein Wunder, ist es doch so, dass sich die fachlichen und persönlichen Anforderungen, die an den Kandidaten für das Amt des Dorfbürgermeisters gestellt werden, in nichts von den Anforderungen unterscheiden, denen zu genügen hat, wer Bundeskanzler werden will.

Beide müssen ein gewisses Alter erreicht haben.

Niemand muss einen Schulabschluss vorweisen, um zum Bundeskanzler gewählt werden zu können, niemand braucht irgendwelche beruflichen Erfahrungen – wer gewählt wird, darf in Berlin kanzlern und im Dorf bürgermeistern.

Man kann den Gewählten also nicht den geringsten Vorwurf machen, wenn sie – vermeintlich Kraft ihres Amtes – Dinge tun oder veranlassen, deren Folgen sie mangels notwendiger Kenntnisse nicht überblicken können, oder gar solche, zu denen sie weder befugt noch berechtigt sind. 

Niemand kann sie zwingen, wissen zu müssen, was sie tun.

Erschwerend kommt hinzu, auch wenn dies nur selten bedacht wird, dass es der Vorteil des Klugen und Gerissenen ist, sich dumm stellen zu können, was umgekehrt nur selten gelingt.

Dem habe ich nur hinzuzufügen, dass auch die Abgeordnete des Deutschen Bundestages keinerlei Befähigungsnachweis vorzuweisen brauchen, es sei denn, man hält schon das Parteibuch für ausreichend.

Nachdem mich, als einem Kritiker dieses Paktes, der die Haltung der USA, Israels, Ungarns, Polens und Österreichs absolut nachvollziehen kann, aus dem Hohen Hause heute via Phönix der Pauschalvorwurf des Verschwörungstheoretikers getroffen hat, möchte ich den Damen und Herren im Hohen Hause in Dankbarkeit und Anerkennung attestieren, dass sie selbst als bloße (arglose) Theoretiker, denen jeder Gedanke an eine Verschwörung völlig fremd ist, nur mit Hilfe des Fraktionszwanges allein, in der Lage sind, durchaus erstaunliche Vorstellungen von der Realität zu entwickeln.

 

Leider wird sich an den Machtverhältnissen in Berlin bis zum Compact-Day in Marrakesch nichts mehr ändern.

Vermutlich ist der Pakt auch deshalb unverbindlich, weil man daraus nicht einmal verbindlich wieder aussteigen kann.

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Oktober 27th, 2018 by Egon W. Kreutzer

Manchmal stelle ich sonderbare Überlegungen an.

Hängt damit zusammen, dass ich mal eine längliche Zeit damit zugebracht habe, ein umfassendes Sicherheitskonzept für ein größeres Unternehmen zu entwickeln.

Da fängt man bei der Sicherung der regulären Eingänge an und arbeitet sich bis zu den Notausgängen der Tiefgarage durch. Man versetzt sich in die Rolle eines Attentäters und betrachtet die Situation unter dem Aspekt: Wo und wie könnte der größtmögliche Schaden angerichtet werden – und am Ende sichert man den im parkähnlichen Gelände hinter  dem Verwaltungsgebäude im Buschwerk versteckten Hauptfrischluft-Einlass für die Klima-Anlagen so, dass das Einbringen von Giftstoffen nahezu unmöglich wird und setzt tief unten eine ganze Batterie von Sensoren ein, die auf die wichtigsten bekannten gasförmigen Gifte ansprechen und unverzüglich die Ventilatoren abschalten und wichtige Klappen schließen.

Danach kommen jene Zonen dran, in welchen sich üblicherweise Kunden, Gäste, Besucher aufhalten. Die werden so übersichtlich wie möglich gestaltet und baulich so gut es geht von allem abgeschottet, dessen Existenz und Funktion für das Unternehmen wichtig ist. Dezente, aber unübersehbare Video-Überwachung soll das Risiko eines Attentäters, frühezeitig entdeckt zu werden, besonders hoch erscheinen lassen.

Selbstverständlich sind auch die Mitarbeiter in geeigneter Weise zu überwachen. Das beginnt mit einem Sicherheitscheck bei der Einstellung und hört bei sporadischen Taschenkontrollen morgens und abends nicht auf.

Irgendwann ist die Poststelle Kern der Überlegung.

Grundsätzlich wird die Poststellt zu dem Ort gemacht, an dem alle Briefe, Päckchen und Pakete geöffnet werden. Die Mitarbeiter werden geschult, um aus der Masse des Posteingangs zunächst einmal alles herauszufiltern, was „ungewöhnlich“ wirkt. Das Ungewöhnliche wird näher geprüft und entpuppt sich dabei in aller Regel als unverdächtig. Bleibt eine verdächtige Sendung übrig, gibt es ein ausgeklügeltes Prozedere der Übergabe an Spezialisten, die sich mit verdächtigen Sendungen auskennen.

Die mit dem Trägersystem „Post“ in den USA in die Nähe der Ziele gebrachten großen, schweren, unförmigen Briefe werden von jeder einigermaßen gut funktionierenden Poststelle aussortiert, wozu selbstverständlich auch die in diesem Fall direkt ins Auge springende, unprofessionelle Beschriftung beiträgt.

Man kann daher mit absoluter Sicherheit sagen:

Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Zielpersonen. Eine absolute Luftnummer! Zu den Akten. Noch nicht einmal eine klitzekleine Pressemitteilung – wir wollen schließlich keine schlafenden Trittbrettfahrer aufwecken.

Hier stellt sich nun die Frage: War dies dem Täter bewusst, oder nicht?

Sollte der Täter davon überzeugt gewesen sein, mit seiner Briefsendung Leben oder Gesundheit der Zielpersonen ernstlich in Gefahr zu bringen, so handelt es sich um einen ahnungslosen, wenn auch nicht vollkommen harmlosen Amateur, der auch keinerlei Unterstützung von Hintermännern haben konnte, die am Gelingen der Anschläge ernsthaftes Interesse haben.

Weil die unprofessionelle Arbeit eines „Bombenbauers“ jedoch nicht sang- und klanglos ignoriert, sondern an die große Glocke gehängt wurde, erübrigt sich die Frage, ob der Täter wusste, dass die Zielpersonen niemals in Kontakt mit seinen Bomben gelangen werden, denn es muss davon ausgegangen werden, dass die Presse-Aufregung Teil des Planes, wenn nicht gar sein eigentlicher Zweck ist.

Sollten die Demokraten irgendwie damit in Verbindung zu bringen sein, dann hätten sie für die midterm elections die Botschaft in die Welt gesetzt: Seht her! Solche unzurechnungsfähigen und gemeingefährlichen Blödmänner wählen Trump.

Das könnte den einen oder anderen Wähler schon ins Grübeln bringen, ob er mit denen in einen Sack gesteckt werden möchte.

Sollte hingegen Trump irgendwie damit in Verbindung zu bringen sein, dann hätte er für die midterm elections die Botschaft in die Welt gesetzt: Seht her! Das Volk ist mit meinen Gegnern so unzufrieden, dass es sogar zu lebensgefährlichen Angriffen kommt, was ich natürlich absolut nicht will, aber eben leider auch nicht verhindern kann.

Das könnte den einen oder anderen Trump-Wähler auf die Idee bringen, selbst einmal etwas „Wirkungsvolles“ zu tun.

Das hohe Medieninteresse lässt, wie bereits angesprochen, den verrückten Einzelgänger als Täter ausgesprochen unwahrscheinlich erscheinen.

Es kommt  also nur noch darauf an, zu entscheiden, wessen Plan für den Urheber am ungefährlichsten ist  und dem jeweiligen politischen Gegner am meisten schadet.

Für mich eine sehr einfache Entscheidung.

 

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Oktober 18th, 2018 by Egon W. Kreutzer

Ein Journalist ist ab- und (noch) nicht wieder aufgetaucht.

So tragisch das immer noch vollkommen unklare Schicksal dieses regimekritischen Journalisten auch verlaufen sein mag, die überbordenden Schlagzeilen machen skeptisch. Doch anders als beim ähnlich medial aufgeblasenen Fall Skripal geht es diesmal anscheinend nicht gegen den Präsidenten im Kreml, sondern gegen den Machthaber im Weißen Haus.

 

Die Gerüchteküche brodelt. Internationale Wogen der Empörung schlagen über den saudischen Ölförderanlagen zusammen. Es ist eine Mega-Sau, die da durchs Dorf getrieben wird – und das ohne klar erkennbaren Grund.

Es ist gar nicht so einfach, noch herauszufinden, wer damit angefangen hat, die Behauptung in die Welt zu setzen, Herr Khashoggi sei im Anwesen der saudischen Botschaft in Istanbul ermordet worden. Es sieht allerdings ganz danach aus, als sei Erdogans Türkei die Mutter aller diesbezüglichen Gerüchte.

Inzwischen ist Khashoggi nicht nur verschwunden, sondern dem Vernehmen nach auch vergiftet, gevierteilt, gefoltert und enthauptet worden, und das von einem 15-köpfigen Team des Kommandos Spezialkräfte des saudischen Königshauses. Eine Audio-Aufnahme soll das Flehen des Botschafters enthalten, die Sache doch bitte „draußen“ zu erledigen und Donald Trump, so berichtet die WELT, übe im Fall des Journalisten Khashoggi kaum Druck auf die Scheichs aus.

Warum sollte er das?

Kann mir irgendwer erklären, warum der Präsident der USA Druck auf die Saudis ausüben sollte, weil ein Journalist vermisst wird?

 

Es gibt nur eine Antwort, die einen Sinn ergibt, und die lautet:

Midterm elections

Am 6. November finden in den USA Wahlen statt. Das Repräsentantenhaus wird vollständig neu besetzt, ein Drittel der Senatoren und 39 Gouverneure werden neu bestimmt.

Stimmung gegen Trump anzufeuern, so kurz vor diesen wichtigen Wahlen, ist eine Gelegenheit, die sich die in die Opposition verbannten Globalisten der Hillary-Fraktion nicht entgehen lassen. Ihr Kampf geht weiter, unerbittlich. Und auch wenn es vollkommener außenpolitischer Unfug ist, auf den sich Hillary Clinton selbst niemals einließe, ist es doch die billigste Masche, die Forderung an Trump zu richten und genüsslich zuzusehen, unter welchen Glaubwürdigkeitsverlusten er versucht, sich aus der Falle  herauszuwinden. Es genügen ja wenige Prozentpunkte, um das Wahlergebnis gegen Trump kippen zu lassen – und irgendetwas bleibt immer hängen.

Kein Wunder, dass die Transatlantikerpresse hierzulande den Plot begierig aufnimmt und Trump vorwirft, in Menschenrechtsfragen zu schweigen, aber an Privatgeschäften mit Riad gut zu verdienen. Zum Beweis wird dann ein vollkommen legales Immobiliengeschäft von vor 17 Jahren vorgetragen, als die Saudis sich ein komplettes Stockwerk im Trump World Tower in New York kauften. Welch ein Verbrechen Trumps!

Die tatsächlichen Interessen der USA, die Trump zu vertreten hat, werden zwar auch erwähnt, aber so hingestellt, als ginge es sowohl bei den Rüstungsexporten der USA an Saudi Arabien als auch bei der Kooperation gegen den gemeinsamen Feind Iran um nichts als die persönlichen Interessen des amtierenden Präsidenten.

Soweit eine komprimierte Darstellung dieses t-online-Artikels.

Noch haarsträubender liest sich die Welt, die aus dem Khashoggi-Verschwinden glatt eine Offenbarung zusammenschreibt, die da lautet:

„Trump hat sein Land und die Welt mit seiner Politik
in eine fatale Abhängigkeit von den Scheichs geführt“.

Das ist heftig – aber nicht wahr. Auch das Kramen der WELT in den Statistiken über die Ölforderung bringt den gewünschten Beweis der Abhängigkeit der USA von den Saudis nur mit Hilfe der Behauptung, die Ölförderung der USA reiche nicht aus, den eigenen Bedarf zu decken. Dabei berichtete die Wirtschaftswoche schon im August 2014 von ersten Öl-Exporten der USA und alle Beobachter sind sich einig, dass die USA, sollten sie es nicht bereits sein, kurz davor stehen, endgültig zum Netto-Öl-Exporteuer aufzusteigen.

Da gibt es also definitiv nichts, was auch nur in die Nähe einer Abhängigkeit kommt.

Doch die WELT legt nach. Die Petro-Dollars! Ein Rekordstand von 170 Mrd. US-Dollars läge in Form von US-Staatsanleihen in den Safes der Saudis. Was, wenn die Saudis die abstoßen?

Nun, vermutlich würden die Chinesen, die weit über eine Billion Dollar in Form von US-Staatsanleihen halten, dafür sorgen, dass der Kurs nicht ins Bodenlose fällt, schon zum Selbstschutz.

Außerdem sind die Petro-Dollars keine Erfindung von Donald Trump sondern im Prinzip das Geschäftsmodell der USA seit der Erschließung der ersten Ölquellen im Nahen Osten:

Öl wird nur gegen Dollar gehandelt. Wer Öl kaufen will, muss erst Dollar erwerben, also in Richtung USA (günstig!) exportieren. Die Scheichs können dann in den USA mit den eingenommenen US-Dollar (teuer!) einkaufen und was dann noch übrig bleibt in US-Staatsanleihen anlegen, was die Staatsfinanzierung der USA dauerhaft mehr als nur sichert.

Außerdem sind die hier angegebenen 170 Milliarden nicht unbedingt ein Höchststand. Am 20. April 2016 berichtete der Focus unter Berufung auf einen Artikel der New York Times, die Saudis hätten dem damaligen Präsidenten Obama angedroht, US Staatsanleihen im Wert von 750 Milliarden Dollar zu verkaufen, sollte ein Gesetz verabschiedet werden, das es ermöglicht, „Sponsoren“ des internationalen Terrorismus vor amerikanischen Gerichten anzuklagen.

Wer 750 Mrd. Staatsanleihen verkaufen will, muss die erst mal haben, oder sollten die Saudis mit Leerverkäufen (lach!) gedroht haben?

Das an Khashoggi aufgehängte Abhängigkeitsgeschreibsel der Welt.

 

Doch zurück zur Eingangsfrage:

Wer hat den Skandal zum Skandal gemacht und warum?

Wenn es, wie es aussieht, Erdogan war, der dafür sorgte, dass das Verschwinden eines Journalisten den Weg in die Medien der ganzen Welt gefunden hat und dass die Meldungen dort seit Tagen immer alarmistischer werden, dann muss davon ausgegangen werden, dass Erdogans Schwanken zwischen USA/NATO einerseits und Russland andererseits als ein Indikator für seine Einschätzung der jeweiligen Stärke des Tiefen Staates in den USA angesehen werden muss.

Geht man davon aus, dass Erdogan zwar nicht das Ergebnis des Machtkampfes kennen kann, wohl aber in der Lage ist, den Trend zu erkennen, dann hat er sich mit dieser Aktion Trump ganz bewusst noch einmal verstärkt zum Feind gemacht, in der Gewissheit, dass die Anti-Trump-Medien den Ball aufnehmen werden, und in der Annahme, dass Trump nicht mehr lange genug im Amt bleiben wird, um sich noch wirksam revanchieren zu können. Ganz klar ein Indiz dafür, dass Erdogans Priorität darin liegt, die Vor-Trump-Verhältnisse wieder herzustellen und sein Flirt mit Putin daneben nur die zweite Wahl darstellt.

Sollte die Aktion jedoch schiefgehen, könnte er immer noch in Richtung Moskau signalisieren, er habe nun mit den Saudis immerhin den Feind des Irans in Schwierigkeiten gebracht und sich damit auch für die Lieferung des S-400 Luftabwehrsystems deutlich erkenntlich gezeigt.

 

P.S.: … und dann war da ja vor einem halben Jahr auch noch der russische Journalist Arkadi Babtschenko, dessen Ermordung von der ukrainischen Polizei gemeldet worden war, bevor er quicklebendig wieder auftauchte …

Wer weiß, ob Kharshoggi nicht auch wieder auftaucht?

 

 

 

 

 

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