Antides
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 Stand 3.3.2011 Ungereimtes
vom Arbeitsmarkt

  Sonderbare Stellenanbieter

 Sehr geehrter Herr Kreuzer,

anbei habe ich Ihnen mal ein paar anonymisierte Dokumente zusammengestellt, um mysteriöse Fakten bezüglich der JOBBÖRSE zu zeigen.

"Sehr geehrte Damen und Herren, wir suchen für ein konkretes Arbeitsangebot:"...

Wenn Sie auf die Stellenangebote des Unternehmers/Anbieters "EXOMAX" gehen, dann können Sie unter der
Ref-Nr 10000-1067052254-S Arbeit! (Verkäufer/in) sehen, dass hier aus einem Stellenangebot angeblich 10 offene Stellen mit einem "monatlichen Festgehalt von 2.500 Euro mit weiteren finanziellen Perspektiven" angeboten werden
(die Arbeitsagentur freuts, da kontrolliert natürlich keiner, was es mit den Stellen auf sich hat bzw. ob hier ganz andere Interessen verfolgt werden)

An anderer Stelle erscheint der gleiche Text des angeblichen Arbeitsstellen-Anbieters "EXOMAX" und wieder sind es 10 offene Stellen, diesmal als Energieberater, obwohl in der Übersicht mit "Wir geben Ihnen einen Arbeitsplatz in Wohnortnähe! (Einzelhandelskaufmann/-frau)" geworben wurde

Wenn man bedenkt, dass auf der Startseite der JOBBÖRSE von 3,5 Mio Bewerberprofilen und nur 750.000 offenen Stellen gesprochen wird, dann kann man -nach allem, was ich bisher überprüft habe- davon ausgehen, dass die Zahl der offenen Stellen ganz erheblich überhöht ist - sonst wären die nämlich längst weg.

  Stellen x-fach angeboten

Hallo Herr Kreutzer,

berücksichtigen Sie bitte auch

die Tatsache, dass jede offene Stelle gleich von mehreren Zeitarbeitsfirmen "ausgeschrieben" wird.

Auf diese Weise steigt das Volumen der Stellenangebote um ein X-faches. Ich bin in der IT-Branche tätig und habe jahrelang für einige Großunternehmen (darunter IBM, T-Systems etc) als Leiharbeiter gearbeitet. Festanstellung - Fehlanzeige. Viele Arbeitsplätze sind in die osteuropäische Nachbarländer bereits ausgelagert worden. Die wenigen hier noch erhaltenen Stellen werden an Leiharbeiter zu Billiglöhnen vergeben. In unserer Abteilung (etwa 100 Mitarbeiter) sind nur etwa 10% fest angestellt, das sind dann meistens leitende, gut bezahlte Mitarbeiter.
Ich bin schon besorgt um die Sicherheit meines Arbeitsplatzes, zumal ab dem 01.Mai die Schranken für Arbeitswillige aus Osteuropa aufgehoben werden. Welch eine Ironie:

Der 1. Mai (der Internationale Tag der Arbeitersolidarität!) markiert den Beginn eines verbitterten Konkurrenzkampfes um Arbeitsplätze in der Arbeiterklasse selbst.

Wurde das Datum hier zufällig ausgewählt? Wohl kaum...

Viele Grüße

  Massenhaft Bewerbungen auf keine Stelle

Hallo Herr Kreutzer,

bei mir ist es andersherum. Die "benachbarte" Firma H(...) AG hat im Laufe des Jahres 2009 hunderte Arbeitsplätze beseitigt.
In der Regel sind dies Arbeitsplätze, die keine höhere Qualifikation benötigen, wie z.B. den Manometerableser und Zahlendokumentierer oder die Spülfrau aus dem Labor. Dies sind Arbeitsplätze, die dank Automation oder Softwareüberwachung definitiv nicht mehr benötigt werden, wobei man sich die Frage stellen und auch gefallen lassen muß, ob es nicht doch sinnvoller ist (... für den Einkauf im Supermarkt) 10 Eurocent mehr zu zahlen, wenn diese Stellen beibehalten werden, anstatt die Arbeitslosen über eine prozentuale Erhöhung der Arbeitslosenversicherung zu finanzieren. (...)
Dies ist aber nicht das Thema.

Ich habe keine Stelle ausgeschrieben.
Trotzdem erhalte ich seit 2009 immer gleiche Bewerbungen von diesen ehemaligen H(...)AG-Mitarbeitern, gleicher Aufbau, gleicher Schutzumschlag, gleiche Positionierung des Anschreibens. Nur: Warum bewerben sich diese Menschen dann ausgerechnet bei mir, mit teuren Bewerbungen ohne den Zusatz "initiativ". Per Mail wäre einfacher...
"Man hat mir gesagt, ich solle mich bei Ihnen bewerben", ist die Antwort auf meine Frage. Wer das gesagt hat, wird mir nicht mitgeteilt, auf Nachfrage bei der 'Agentur zur Verschleierung der Arbeitslosigkeit' weiß man auch nichts. Ob da eine private Schulungsfirma hintersteckt?.
Ich hatte allerdings vor genau 10 Jahren einmal eine Stelle ausgeschrieben, diese damals auch besetzt und die Stellenausschreibung löschen lassen. Vielleicht ist ja zufällig ein Cookie hängen geblieben und der Löschvorgang war nicht ganz erfolgreich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
Maßgeschneidertes Stellenangebot - Chiffre

Hallo Herr Kreutzer,

Ihr Fall hat mich an meine Geschichte erinnert, die ein bißchen anders aussah, aber lesen Sie selbst:
Als ich - zusammen mit der ganzen Arbeitsgruppe - zwecks Outsourcing 1992 arbeitslos wurde, hab ich mich arbeitslos gemeldet, vom Arbeitsamt nur wenige Angebote bekommen und selber gesucht. Bereich Elektronikhardware- und Software- Entwicklung.
Dem Arbeitsamt reichte es wohl nicht, daß ich meine eigenen Bemühungen aufzählte und deren mehr oder weniger sinnvollen Angebote verfolgte.

Eines Tages erschien in der lokalen Zeitung ein Chiffre- Stellenangebot, das der Reihe nach alle meine Qualifikationen als Anforderungen aufzählte. Beim ersten oder zweiten Durchlesen der Anzeige war mir klar: Die wollen mich ganz offensichtlich testen.

Die erste Bewerbung auf diese Anzeige wurde nicht beantwortet.
Die Nachfrage, wie denn der Stand der Entscheidung sei, etwa einen Monat später, wurde nicht beantwortet. Chiffre macht's möglich.

  Offene Stellen - wo bitte?

Ein - über 40-jähriger - arbeitssuchender "summa cum laude-Jurist" und Betriebswirtschaftler, IT-Anwendungsentwickler und langjähriger Vertriebsprofi schreibt mir, es sei ihm unerträglich, die monatliche Propaganda der Bundesagentur zur Verschleierung der Arbeitslosigkeit hören und lesen zu müssen.

Zum Beispiel werde mit einem Trommelfeuer aus positiven Schlagworten

  • Dank des kräftigen Wirtschaftsaufschwungs...
  • Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Februarstand seit 19 Jahren gesunken...
  • Da inzwischen immer mehr Firmen neue Arbeitsplätze schafften...
    Arbeitssuchende [hätten] derzeit so gute Jobchancen wie schon lange nicht...
  • Arbeitsmarkt profitiere weiter von der guten Konjunktur...
  • seit Monaten anhaltenden positiven Trend...
  • Zufrieden über die Lage auf dem Arbeitsmarkt...
  • Entwicklung am Arbeitsmarkt ist gut...
  • Rückgang der Erwerbslosen als Zeichen für einen anhaltenden Aufwärtstrend...
  • Mit einem Ende des seit rund einem Jahr andauernden Job-Aufschwungs rechnet Weise derzeit nicht...
  • Schon im Frühsommer könnte wieder die Drei-Millionen-Marke unterschritten werden...
  • Der nur langsame Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zeige, dass es Menschen gebe, die trotz besserer Beschäftigungslage keine Arbeit fänden, ergänzte Weise.
  • Wir sind froh, dass sich das im Zuge der guten Konjunktur verbessert hat...
  • verbreitet, dass die "Zahl der Jobsucher auf Rekordtief" sei. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im vergangenen Monat
  • 3 317 000 Männer und Frauen ohne Job. Die Frage, die sich der Arbeitssuchende stellt: Warum finden sich dann Ende Februar 2011 laut Jobbörse mehr als 3,5 Mio Bewerberprofile? Sollen da 200.000 Menschen schlicht aus dem öffentlichen Bewusstsein "gelöscht" werden?

Und auf der anderen Seite heißt es, die Zahl der offenen Stellen habe im Februar einen neuen Rekordstand erreicht. Schon seit Jahren hätten Unternehmen nicht mehr so viele Arbeitskräfte gesucht. Fachleute schließen nicht aus, dass im Februar selbst die Kräftenachfrage während des Wiedervereinigungs-Booms im Jahr 1991 überschritten wurde. Aktuell signalisieren die Betriebe auf jeden Fall hohe Einstellungsbereitschaft; sie berichten teilweise von Problemen, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Parallel dazu erfährt man am 28.02.2011 in der dpa-Meldung "IT-Fachkräftemangel treibt deutsche Firmen ins Ausland"

  • ... fehlen in Deutschland rund 16 500 IT-Spezialisten
  • Fachkräfte fehlen aus ihrer Sicht vor allem in der Softwareentwicklung, im IT-Projektmanagement und der IT-Sicherheit...
  • Über 70 Prozent der Befragten denken, dass die Nachfrage nach IT-Spezialisten bis zum Jahr 2015 steigen wird...
  • Problematisch ist, dass die von den Universitäten und Fachhochschulen nachrückenden Absolventen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken
Da fragt sich der "Über-40-jährige":

Lebe ich auf einem anderen Planeten - oder warum sind diese durchweg "positiven Entwicklungen" alle spurlos an mir als arbeitssuchender und bestens qualifizierter Jura- / BWL- und IT-Fachkraft vorübergegangen?

Könnte die große Zahl "offener Stellen" auch daran liegen, dass die Jobbörse-Datenbank der BA jeden Job mehrmals gespeichert hat?
So schickte mir die Bundesagentur für Arbeit beispielsweise einen Vermittlungsvorschlag für ein bekanntes Unternehmen in Neckarsulm auf Papier zu. Gleichzeitig ist ein zweites Stellenangebot mit den exakt gleichen Daten (inkl. Ref-Nr) im System zu finden, allerdings nicht als dieser Arbeitgeber, sondern als "Arbeitgeber anonymisiert" in Neckarsulm. Auf Rückfragen an die angegebenen Kontaktdaten per Mail antwortet dieses Unternehmen jedoch nicht...

Als ich mir noch neue Stellenangebote per Suchassistent der JOBBÖRSE zumailen lies, bekam ich jeden Morgen um 00:05 Uhr ein Mail mit den Links der angeblich neuen Jobs.
Wenn ich dann um 6:00 Uhr (Arbeitslose schlafen bekanntlich länger) noch vor dem ersten "Guten-Morgen-Bier" die erhaltenen Links angeklickt habe, um mich als Erster auf die tollen Jobangebote bewerben zu können, erschien in 70-90% aller Fälle die Meldung: "Dieses Stellenangebot wurde inzwischen gelöscht / ist inzwischen nicht mehr verfügbar"

Da frage ich mich doch, welcher automatische Robot verschickt nachts auf wessen Programmierbefehl hin NICHT vorhandene Stellenangebote?

 

Die Leute von der Agentur werden um diese Zeit noch keine Änderungen vorgenommen haben...
Demnach besteht Grund zu der Annahme, dass dort automatische Aktionen ablaufen, um die Illustion der offenen Stellen aufrecht zu erhalten.

Zudem erfahre ich immer wieder von befreundeten Unternehmern, dass deren Stellenangebote noch viele Monate nach Besetzung der Stellen im System der Agentur für Arbeit verbleiben, obwohl dem selben Amt, das die Angebote für den Unternehmer eingestellt hat, schon mehrfach mitgeteilt wurde, dass die Stelle inzwischen besetzt ist.

     
     
     
 Links zu Beiträgen wider die Desinformation PaD 31 /2008 Nicht einfach zur Flasche greifen
Der Kampf des ZDF Morgenmagazins gegen die Arbeitslosigkeit
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